Ulrike von Levetzow

Die Umwelt reagierte irritiert auf die Liebe eines alten Mannes zu einer jungen Frau

Der damals 72-jährige Johann Wolfgang von Goethe verliebte sich im Jahr 1821 während eines längeren Kuraufenthaltes in Marienbad in die siebzehnjährige Ulrike.

Die Verliebtheit des alternden Goethe zeigt den Konflikt zwischen Vergänglichkeit und dem Wunsch nach emotionaler und geistiger Jugend. Trotz seines hohen Alters erlebt er Liebe mit großer Intensität, was seine lebenslange Offenheit für Leidenschaft und Inspiration verdeutlicht.

Die meisten Jungen finden das „nur peinlich“. Wohl auch Ulrike selbst. Und trotzdem: die Begegnung von Levetzow und Goethe wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts zum Gegenstand zahlreicher literarischer Bearbeitungen. Exemplarisch: Martin Walsers Ein liebender Mann aus dem Jahr 2008. Und Stefan Zweig verarbeitete die Geschichte 1931 in einem Kapitel der Sternstunden der Menschheit.