Nastassja Kinski

Am 29. Mai 2026 erhielt der 80-jährige Wim Wenders den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises

Vorwurf von Nastassja Kinski (heute 65, damals 13! Jahre alt): „Er hat mich nicht beschützt.“ Die Schatten der Vergangenheit holen ihn ein.

Ihr Vorschlag: „Wenn ich er wäre, würde ich öffentlich sagen, ich kenne Nastassja seit ihrer Kindheit, wir haben tolle Sachen zusammen gemacht. Es ist jetzt fast ein halbes Leben her, aber mir war damals nicht klar, dass das falsch war, und ich möchte mich entschuldigen. Ich werde jetzt alles tun, damit diese Szene nicht mehr zu sehen ist. Es ist sein Film, er kann das.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 22. Mai 2026

Bei der Verleihung zeigte sich der Altstar „ratlos“ und richtete einen Appell ans Publikum. Aus dem Wunsch von ihr ergebe sich eine Frage, die »euch alle« angeht, also an die Filmschaffenden im Publikum gerichtet: »Wie geht man mit Filmerbe um?« Dürfe und solle man eine Szene schneiden, wenn sie einer Schauspielerin – »die ich sehr verehrt habe und verehre« – wehtue? Er sei mit dieser Frage ziemlich allein und ratlos, fügte der Regisseur hinzu. Es sei eine moralische Frage.

Das Medienecho ist / war ebenso ratlos: während die SZ von „Infamie“ spricht, hält die TAZ es für einen „Trick“ und seine Verteidigungsstrategie für „äußerst fragwürdig“. Sie sei „gründlich danebengegangen“. Die FAZ urteilt: „Er führt in die Irre“. Die ZEIT spricht von „bizarrem Verhalten“.


Update: Das Publikum klatschte zwar frenetisch, doch die Qualitätsmedien zeigten sich fassungslos. Nach einigen Tagen erkannte der alte Mann – dessen Filme ich sehr schätze; vor allem „Perfekt days“! – dass er hier einen Fehler macht(e). Auf Homepage der Stiftung heisst es: „… Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber. Die gemeinnützige Wim Wenders Stiftung, der der Film gehört, zieht den Film aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück. …“ Immerhin!